Sonnenuntergang

Hungernde speisenWerke der BarmherzigkeitDie Werke der Barmherzigkeit haben in der Menschheitsgeschichte eine sehr lange Tradition. Die Christen unterscheiden die Werke der Barmherzigkeit in 7 leibliche und 7 geistliche Werke,  welche vom Wortlaut  her aus dem Matthäusevangelium, Mt 25,34-40 und aus dem Alten Testament aus Jesaja 58,6-8 entnommen sind.  Betrachten wir dazu die Originalstellen in der Hl. Schrift.

Aus dem Alten Testament:

"Das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte und deine Wunden werden schnell vernarben. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach".  Jes. 58, 6-8

Aus dem Matthäusevangelium:

Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Mt 25,34-40

Hl. Sr. Faustynas Kowalska:

Sie schreibt in ihrem Tagebuch im Jahr 1937: "Du Selbst (Jesus) befiehlst mir, dass ich mich in drei Stufen der Barmher­zigkeit übe."

1,  Die barmherzige Tat — jeglicher Art.

2,  Das barmherzige Wort — was ich als Tat nicht vollbringen kann, soll mit Worten geschehen.

3,  Das Gebet — falls ich weder mit Tat noch Wort Barmherzigkeit erweisen kann, so kann ich es immer mit Ge­bet. Mein Gebet weite ich sogar dorthin aus, wo ich körperlich nicht hin kann.

Ich möchte mich ganz in Deine Barmherzigkeit umwandeln, um so ein lebendiges Abbild von Dir zu sein, o Herr, möge diese größte Ei­genschaft Gottes, Deine unergründliche Barmherzigkeit, durch mein Herz und meine Seele hindurch zu meinen Nächsten gelangen.

Hilf mir, o Herr, dass meine Augen barmherzig schauen, dass ich nie­mals nach äußerem Anschein verdächtige und richte, sondern wahr­nehme, was schön ist in den Seelen meiner Nächsten und ihnen zu Hilfe komme.

Hilf mir, dass mein Gehör barmherzig wird, damit ich mich den Be­dürfnissen meiner Nächsten zuneige, dass meine Ohren nicht gleichgül­tig bleiben für Leid und Klage der Nächsten.

Hilf mir, Herr, dass meine Zunge barmherzig wird, dass ich niemals über meine Nächsten abfällig rede, sondern für jeden ein Wort des Tro­stes und der Vergebung habe.

Hilf mir, Herr, dass meine Hände barmherzig und voll guter Taten sind, damit ich meinem Nächsten nur Gutes tue und schwierigere, mü­hevollere Arbeit auf mich nehme.

Hilf mir, dass meine Füße barmherzig sind, dass sie meinen Nächsten immer zu Hilfe eilen und die eigene Mattheit und Ermüdung beherr­schen. Meine wahre Rast ist im Dienst am Nächsten.

Hilf mir, Herr, dass mein Herz barmherzig ist, auf dass ich alle Leiden der Nächsten empfinde, dass ich niemandem mein Herz ver­sage, aufrichtigen Umgang auch mit denen pflege, von denen ich weiß, dass sie meine Güte missbrauchen werden; ich selbst werde mich im Barmherzigsten Herzen Jesu verschließen. Über eigene Leiden will ich schweigen. Deine Barmherzigkeit, o mein Herr, soll in mir ausruhen.

"O mein Jesus, verwandle mich in Dich, denn Du vermagst alles."   Tb Nr. 163

 

Zum Seitenanfang