Sonnenuntergang

Heilige Pforte Petersdom

Mit dem durchschreiten der Heiligen Pforte bringen wir zum Ausdruck, dass wir uns Gott zuwenden und zu ihm zurückkehren. Die Pforte stellt den Bezug zu Jesus dar, der von sich gesagt hat: »Ich bin die Tür« (Joh 10, 9), um auszudrücken, dass niemand zum Vater kommt, außer durch ihn.

Was bedeutet das für uns?

Erstmals in der Geschichte der katholischen Kirche gibt es, auf ausdrücklichen Wunsch von Papst Franziskus, auch ausserhalb Roms heilige Pforten, damit niemand von der Gnade Gottes ausgeschlossen ist, weil er nicht nach Rom kommen kann. Jeder soll, überall auf der Welt, den unermesslichen Gnadenschatz Gottes erhalten können.

Jesus hat seiner "Sekräterin" , der Hl. Sr Faustyna ähnliches gesagt, sie schreibt in ihrem Tagebuch folgende Worte Jesu darüber auf: 

Schreibe, spreche über Meine Barmherzigkeit. Sage den Seelen, wo sie Trost suchen sollen — im Tribunal der Barmherzigkeit, dort gibt es die größten Wunder, die sich ununterbrochen wiederholen. Um die­ses Wunder zu erreichen, bedarf es keiner weiten Pilgerfahrt, auch nicht äußerer Zeremonien, sondern es genügt, zu Füßen Meines Stell­vertreters gläubig hinzutreten und vor ihm sein Elend auszusprechen. (ablegen der Hl. Beichte) Dann zeigt sich das Wunder der Barmherzigkeit in seiner ganzen Fülle. Auch wenn die Seele wie eine verwesende Leiche wäre und eine Bele­bung, menschlich gesehen, ausgeschlossen und alles schon verloren — so ist es anders bei Gott. Das Wunder der Barmherzigkeit Gottes belebt die Seele vollends. Ihr Armseligen, die ihr das Wunder der Barmherzig­keit Gottes (die Hl. Beichte) für euch nicht in Anspruch nehmt,  ihr werdet vergeblich ru­fen, weil es dann zu spät sein wird“. Tb. Nr. 1448

 

Jesus spricht in dieser Botschaft an Sr. Faustyna einen wichtigen Punkt an, er sagt, die großen Wunder brauchen keine weiten Pilgerreisen und keine besonderen Zeremonien. In diesem Zusammenhang sollten wir bedenken, dass wir nicht durch dem markanten Augenblick des Durchschreitens der Hl. Pforten gerettet werden oder das sich dadurch unsere Beziehung zu Gott verändert.

Die Beziehung zu einem Menschen ändert sich nicht in dem ich durch seine Haustüre eintrete, sondern erst in der persönlichen Begegnung. In einer achtungsvollen Begrüßung, im wertschätzenden Gespräch, in der liebevollen Umarmung, oder im gemeinsamen Mahl.

So ist es auch mit Gott. Wir treten durch die Hl. Pforte in das Haus Gottes ein, begrüßen den Herrn in einer achtungsvollen Geste des Kreuzzeichens oder der Kniebeuge vor dem Allerheiligsten. Im Gebet sind wir mit Gott im Gespräch und im Sakrament der Beichte, der Vergebung unserer Sünden, umarmt er uns mit seiner ganzen Liebe und Barmherzigkeit. Bei der Hl. Messe, empfangen wir Christus selbst in der Hostie. Er hält mit uns Mahl und gibt sich selbst als Nahrung für Körper und Seele.

Um ein neues, befreites Leben, geschenkt zu bekommen sollen wir eine Heilige Pforte durchschreitet,  unsere Sünden ehrlich bereuen, die Heilige Beichte ablegen, die heilige Kommunion empfangen und ein Gebet auf die Meinung des Hl. Vaters verrichte.  Als Wunder der Liebe Christi erhalten wir dafür einen „Vollkommenen Ablass".  (Erklärung im Katechismus) “.  Das bedeutet, im Stand der Heiligmachenden Gnade zu sein  oder bildlich gesprochen ist unsere Seele ganz rein, wie nach dem Empfang der Hl. Taufe.

Unter Papst Alexander VI (1492 - 1503) wurde der Beginn des Heiligen Jahres durch die Öffnung einer heiligen Pforte, der porta santa, bei den vier großen Basiliken, St. Johannes, St. Paul, Großmarien und St. Peter üblich. Zum ersten Mal wird eine porta sancta unter Nikolaus V. an Weihnachten 1449 erwähnt

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