Sonnenuntergang

Logo Jahr der BarmherzigkeitWozu brauchen wir ein heiliges Jahr, ein Jubeljahr, und wo liegt deren Ursprung?

Jubeljahr:  Um den Sinn eines Jubeljahres zu verstehen müssen wir uns zuerst mit seiner Entstehungsgeschichte, seinem „Göttlichen Ursprung“, auseinander setzen. Die Begründung für das Jubeljahr geht zurück auf die Offenbarungen an Mose, die Gott ihm am Berg Sinai gegeben hat. In den Schriften des Alten Testaments, finden wir diese Weisungen Gottes im Buch Levitikus Kapitel 25.

Kurz zusammengefasst mussten im Jubeljahr die Schulden erlassen, dass gepachtete Land zurückgegeben und die Israelitischen Sklaven freigelassen werden. Jedes 50 Jahr sollte ein unvorstellbarer Akt des sozialen Ausgleichs sein, der den Armen, Unterdrückten oder Benachteiligten der Gesellschaft, eine neu, einmalige Lebenschance ermöglichte.

Dieses Jubeljahr sollte verhindern, dass die Reichen nicht „superreich“ wurden und die Armen nicht verelenden. Gott möchte dadurch die Israeliten erinnern, dass er der Schöpfer der Welt und damit Eigentümer alles Geschaffenen ist. Kein Mensch kann etwas für immer sein Eigentum nennen, denn unser irdisches Leben ist durch den Tod begrenzt.

Denn das Land gehört mir und ihr seid nur Fremde und Halbbürger bei mir.  "Lev 25,23

 In Jesus Christus findet die Lehre des Alten Bundes seine Vollendung, ohne dass er das Alte aufgehoben hat. Seine Geburt, also das erste Weihnachtsfest im Stall zu Bethlehem, viel genau in so ein jüdisches Jubeljahr. Nach unserer Zeitrechnung im Jahr 0

Wir lesen im Lukasevangelium 1,68 dazu: 

„Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen er hat uns einen starken Retter erweckt im Hause seines Knechtes David.“  Lukas 1,68

 Weiter´s lesen wir über Jesus bei Lukas 4,16

„So kam er auch nach Nazareth, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Schrift vorzulesen, reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt: Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. Dann schloss er das Buch, gab es dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet    

Außerordentliches heiliges Jahr:  Die Katholische Kirche hat unter Papst Clemens VI, mit dem Schreiben Unigenitus Dei Filius von 1343 begonen, dem biblischen Vorbild entsprechend, alle fünfzig Jahre ein Jubeljahr zu feiern. Bei dieser Gelegenheit legte er zum ersten Mal die von den Theologen seit dem 13. Jh. ausgearbeitete Lehre vom Gnadenschatz der Kirche (thesaurus ecclesiae) als Grundlage der Ablässe dar.

Das außerordentliche heilige Jahr, das wir 2016 begehen ist deswegen außerordentlich, weil es nicht in den von der Kirche üblichen Rhythmus von 50 Jahren fällt. Warum Papst Franziskus diese Tradition bricht und dieses außerordentliche heilige Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen hat begründet er in seiner Bulle misericordiae vultus wie folgt:

Es gibt Augenblicke, in denen wir aufgerufen sind, in ganz besonderer Weise den Blick auf die Barmherzigkeit zu richten und dabei selbst zum wirkungsvollen Zeichen des Handelns des Vaters zu werden. Genau darum habe ich ein außerordentliches Jubiläum der Barmherzigkeit ausgerufen. Es soll eine Zeit der Gnade für die Kirche sein und helfen, das Zeugnis der Gläubigen stärker und wirkungsvoller zu machen.  Papst Franziskus- Bulle misericordiae vultus

 

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