Sonnenuntergang

kreuzigungIn diesen Artikel  wollen wir uns im Besonderen das Leiden aus der Sicht Gottes vor Augen führen und betrachten:

Die Hl. Sr. Faustyna war durch ihre Visionen vom barmherzigen Jesu mit ihm sehr eng verbunden. Nicht nur durch die Schauungen die sie hatte, sondern auch in ihrem Leiden. Das Betrachten ihrer Leiden und der Leiden Jesu, soll in diesem Beitrag ein Schwerpunkt sein. Wir wollen dabei aber auch unseren Blick besonders auf die Barmherzigkeit Gottes für die Leidenden richten.

Sr. Faustyna schrieb in ihrem Tagebuch dazu auf:

Gott, du könntest mit einem einzige Wort abertausende Welten erlösen, ein einziger Seufzer Jesu könnte deiner Gerechtigkeit genug tun; aber du, o Jesus hast ein so furchtbares Leiden auf dich genommen, und das aus Liebe zu uns. In diesem Augenblick, als du am Kreuz starbst, hast du uns das ewige Leben geschenkt. Durch das öffnen deiner heiligsten Seite hast du für uns eine unerschöpfliche Quelle deiner Barmherzigkeit erschlossen. Du gabst uns das Teuerste, dass du hattest, das Blut und Wasser aus deinem Herzen. Das ist die Allmacht deiner Barmherzigkeit, aus ihr fließt uns jegliche Gnade zu. TB 1747

Kreuz_aus_unserer_kapelleWebgrsseNeben der Verehrung und Verbreitung des Bildes, der Novene und des Rosenkranzes, war das Leben der Hl. Sr. Faustyna geprägt vom Leiden. Wenn wir selbst vom Leid betroffen sind, sind wir oft hilflos und können den Sinn des Leides meist nicht verstehen.Hier hilft uns Sr, Faustyna mit einem Zitat aus ihrem Tagebuch wo ihr Jesus erklärt, dass ihre Leiden zur Rettung der Seelen unendlich wertvoll sind.

Jesus spricht zu Ihr:  

„Deine Leiden sind mir zur Rettung der Seelen notwendig“. Tb. 1612
Ein anderes mal, während der Hl. Messe, sprach Jesu zu ihr:
„Ich begehre, ja ich begehre die Rettung der Seelen. Hilf mir, meine Tochter, Seelen zu retten. Vereinige deine Leiden mit meinen Leiden und opfere sie dem Himmlischen Vater für die Sünder auf.“ Tb. 1032

Wenn wir uns mit der Hl. Sr. Faustyna näher auseinandersetzen, so können wir ihre Leiden einteilen in körperliche-, und ihn seelische Leiden. Die schwersten körperlichen Leiden waren die unsichtbaren Wundmale Christi, sowie Lungentuberkulose und Darmtuberkulose, an der sie vor allem die letzten Jahre ihres Lebens sehr litt. Bemerkenswert dabei ist, sie wollte darin nicht zur Last fallen, sondern ertrug alles ohne Jammern, meistens im stillen Schweigen.

Dazu eine Passage aus ihrem Tagebuch welche sie am 24 Sept. 1936, zwei Jahre vor ihrem Tod schrieb:

"Als ich mich hinlegte, schlief ich sofort ein, denn ich war sehr erschöpft. Nach einer Weile weckten mich Schmerzen. Sie waren so stark, dass sie mir nicht die kleinste Bewegung gestatteten; sogar den Speichel konnte ich nicht mehr hinunterschlucken. Das dauerte ungefähr 3 Stunden lang. Ich dachte daran, die Novizin, die bei mir wohnt, zu wecken, doch dann kam mir der Gedanke, dass sie mir doch nicht helfen kann, also soll sie schlafen, es wäre schade, sie zu wecken. Ich gab mich vollkommen den Willen Gottes hin und meinte, dass für mich schon der Sterbetag, denn ich herbeisehnte anbricht. Ich hatte Gelegenheit, mich mit dem am Kreuz leidenden Jesu zu vereinen, anders konnte ich nicht beten". Tb 696

Bei einer späteren Vision sagte Jesu zu Sr. Faustyna: „

Wisse, meine Tochter, das dein tägliches stilles Leiden in voller Hingabe an meinen Willen, viele Seelen in den Himmel führt; und wenn du meinst, dass das Leiden deine Kräfte übersteigt, schau auf meine Wunden.“ Tb. 1184

Wie schon erwähnt, trug sie auch die Wundmale Jesus, jedoch unsichtbar also ohne erkennbare äußerliche Spuren. In einer Passage im Tagebuch lesen wir:

„Ich spüre Schmerzen an Händen und Füßen, und in der Seite, an den Stellen, die bei Jesus durchbohrt waren.Diese Leiden spüre ich besonders dann, wenn ich einer Seele begegne, die nicht im Stande der Gnade ist. Dann bete ich innig, damit die Barmherzigkeit Gottes diese Seele umfasse“. TB 705

 Sr. Faustyna spürte in bestimmten Situationen die Schmerzen der Wundmale so intensiv, das sie manchmal sogar das Bewusstsein verlor. So schrieb sie am 16 Sep. 1937 in ihr Tagebuch:
Zeitweilig raubten mir die Schmerzen das Bewusstsein. Jesus gab mir zu erkennen, dass ich damit an seinem Sterben teilnahm und dass er selbst diese Leiden zuließ, als Sühne vor Gott, für die im Mutterleib gemordeten Kinder. Tb. 1276

Das Leiden war ihr also ein vertrauter Begleiter geworden aber darin auszuharren und es durch zu stehen war ihr nur möglich durch die übergroße Gnade der göttlichen Barmherzigkeit und ihrem ständigen Blick auf den gekreuzigten Herrn Jesus. Dazu einige Auszüge aus den Worten Jesu an Sr. Faustyna als Trost in ihrem Leiden.

Ich sehe dich so sehr leiden, dass du keine Kraft mehr besitzt, mit mir zu reden. So werde Ich selbst zu dir sprechen.
Auch wenn deine Leiden die Größten währen, verliere nicht den Frieden des Geistes und gib dich nicht der Mutlosigkeit hin.
Kind, es stimmt, das alles sind Leiden, aber einen anderen Weg in den Himmel gibt es nicht, außer dem Kreuzweg. Ich selbst bin ihn zuerst gegangen. Wisse, das ist der Sicherste und kürzeste Weg.
Wenn dein Verstand verdunkelt und dein Leiden Groß ist, nimmst du wahrhaft Anteil an meinem Leiden und ich mache dich mir ganz ähnlich.
Ich sehe, dass du sehr schwach bist, deshalb nehme ich dich auf meine Schultern und trage dich in das Haus meines Vaters. Tb. 1487

Diese Worte Jesu dürfen wir auch für uns in Anspruch nehmen und durch die Gnade Gottes auch auf uns beziehen.

Werfen wir noch einen kurzen Blick auf die seelischen Leiden der großen Heiligen.

Großen Kummer bereitete ihr vor allem die die Einsamkeit. Ebenso nicht einfach war für sie der Umgang mit den Menschen welche sie nicht verstehen konnten oder wollten.
Zum Beispiel nach einer Krankheit hatte sie gerade kein Fieber, war aber körperlich so geschwächt, dass sie nicht aufstehen und an der Hl. Messe und an der Andacht teilnehmen konnte. Da verdächtigte man sie faul zu sein!
Ein anderes Mal ging es ihr so schlecht, dass ein Arzt gerufen wurde, der nach einer kurzen Untersuchung nur feststellte, „Die Patientin macht nur Faxen“.

In dieser für Sr. Faustyna schwierigen Zeit sprach ihr Jesus folgende Worte zu:
„Ich weis, dass es sehr qualvoll ist nicht verstanden zu werden, zumal von denen die man liebt und die wir mit großer Aufrichtigkeit beschenken, aber es soll dir genügen, das ich dich in allen deinen Sorgen und Nöten verstehe“.
Sr. Faustyna war eine große Dienerin Christi und sie nahm alle Schmähungen und alles Missverstanden werden im vollen Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit und einer vollkommenen Unterwerfung und Unterordnung dem heiligen Willen Gottes an.

Dazu ein Zitat und ein Gebet aus ihrem Tagebuch:

„Ich habe festes Vertrauen und verlasse mich ganz auf deinen heiligen Willen, der lauter Barmherzigkeit ist. In der letzten Stunde o Jesus, wird deine Barmherzigkeit mir alles sein, so wie du es mir selbst versprachst. Tb 1574

Gebet:
O Wille Gottes, des Allmächtigen,
Du bist meine Wonne, du bist meine Freude.
Was mir die Hand des Herrn darreichen will,
Nehm´ ich mit Freude, Ergebenheit und Liebe an.
Tu mit mir, was dir gefällt, o Herr,
Ich will dir keine Schranken setzen,
Du Wonne und Liebe meiner Seele,
Mein ganzes Vertrauen schenke ich dir. Amen

Mein Jesus, meine Kraft, mein Friede und meine Rast. In deinen strahlen der Barmherzigkeit badet meine Seele täglich. Ich kenne keinen Augenblick meines Lebens, in dem Ich deine Barmherzigkeit nicht verspürt habe, o Gott. In meinem Ganzen Leben zähle ich auf nichts, nur auf deine unendliche Barmherzigkeit. Herr; sie ist der Leitgedanke meines Lebens.

Liebe Leser dieser Seite, wir haben uns mit dem Leiden auseinander gesetzt. Jesus selbst und auch die Hl. Sr. Faustyna haben uns ein Beispiel gegeben wie Leiden fruchtbar wird, in dem man es aus dem Willen Gottes, aus seiner Hand, annimmt und ganz im Vertrauen auf seine Barmherzigkeit trägt.
Wir wissen, dass das sehr schwer ist, und doch ist die Gnade Gottes eine unendlich wertvolle Hilfe.
Allen, die in irgend einer Form leiden, sei es körperlich, geistig, die einsam sind oder sich verlassen und missverstanden fühlen, - allen- wollen wir Trost und Hilfe zusagen mit den Worten Jesu, welche er selbst zu Sr. Faustyna, aber auch uns und allen anderen Leidenden zu gesprochen hat.
Jesus sagt: 

„Wenn du leidest, lege dein Haupt auf meine Brust; auf mein Herz und schöpfe Kraft und Festigkeit für alle Leiden. Denn woanders findest du weder Linderung noch Hilfe noch Trost. Ich bin immer mit Dir“ Tb. 36

 

Zum Seitenanfang